11/kunstakt

Für die diesjährige Ausstellung haben sich die neun KünstlerInnen Daniela Auer, Katharina Cibulka, Paul Deflorian, David Eisl, Katharina Fink, David Peschka, Mathias Peyker, David Rybak und Simon Vith mit dem Thema „mit welchem Recht?“ auseinandergesetzt.

Sich das Recht nehmen? Mit welchem Recht sich einschränken (lassen)? Was bedeutet Recht für individuelle Freiheit? Wieviel Recht benötigen wir um uns frei fühlen zu können? Bedeutet Recht Ordnung?

Durch diese und andere weiterführende Fragestellungen ergaben sich viele Gedanken, die es wert waren zu verfolgen. Künstlerische Interpretationen dieser persönlichen Fragen sind in der Ausstellung zu sehen.

fwp möchte die Künstler auch beim Verkauf ihrer Kunstwerke unterstützen und steht für Auskünfte gern zur Verfügung.

Daniela Auer

„Nafoti Metamorphose“
Mischtechnik auf Papier, 56 x 77 cm

Besonders faszinierende Prozesse spielen sich am Ende des Lebens eines Nafoti ab. Eine einzigartige Metamorphose findet statt. Ist ein bestimmtes Alter erreicht, sucht sich jedes Nafoti einen bestimmten Platz, den es nicht mehr verlässt. Es wandert bergauf bis knapp über die Baumgrenze und verankert sich dort im Erdboden. Die gesamte Körper- und Molekülstruktur verändert sich. Das Nafoti verbindet sich mit dem Erdboden bis es eins wird mit ihm. Es versteinert langsam und verschwindet irgendwann unter Erde und Vegetation. Dieser Prozess kann bis zu 20 Jahre dauern. In manchen Gebieten bestehen bis zu 70% des Gesteins aus urzeitlichen Nafoti. So wurden einige imposante Gebirgszüge wie wir sie heute sehen, zu einem großen Teil von in dieser Zeit versteinerten Nafoti gestaltet. Nafoti leben zurückgezogen, sie sind jedoch sehr häufig. Auch heute verändern sie noch die Landschaft und bilden die Gebirgszüge von morgen.

Katharina Cibulka

„Über-Lebende“
Digitale Fotografie, gerahmt, 71,5 x 120 cm

Im Bild ÜBER-LEBENDE # 1 wird eine Geschichte aus dem argentinischen Volksglauben neu interpretiert, das tragische Ende umgeschrieben, der Moment des Überlebens der Protagonistin inszeniert und ein Tafelbild als Fotografie produziert. Vorherrschende Idealbilder werden hinterfragt und dekonstruiert. Wasser als scheinbar unerschöpfliche Überlebensressource wird als ein Meer von Plastikflaschen dargestellt. Wasser in Plastik abgefüllt- eine Visualisierungsform, die der heutigen Realität entspricht.

Paul DeFlorian

ReMapping Ganymed
Bleistift auf Leinwand, 250 x 200 cm

Wem Recht widerfährt und wer Recht ausübt, scheint eine nicht so simple Verteilungsfrage zu sein.
Denn derjenige (leider immer noch weniger diejenige), welcher Parameter und Gerüst für jegliche Rechtssprechung festlegt, kann die Regeln offenbar einseitig ändern.

David Eisl

„Garantierte Gewinnchancen IV“
Objekt

Die Arbeit Garantierte Gewinnchance IV ist Teil einer Serie von Automaten, denen gemein ist, dass sie – innerhalb eines klar abgegrenzten und abgschlossenen Rahmens – jeweils einen monotonen Bewegungsablauf ausfuehren, welcher ueber einen eingebauten Zaehler registriert und dokumentiert wird. Jeder dieser Automaten ist eine Art Platzhalter, der Handlungen vollfuehrt, zu denen ich selbst in dieser Konsequenz nicht faehig waere, welche ich aber gerne sehen und erleben moechte; letzten Endes sind sie schon im Vorhinein zum Scheitern an eben dieser Aufgabe verurteilt, sie fuehren sie im Grunde zu gut aus.

Katharina Fink

„Ohne Titel“
Graphit auf Papier, 21 x 14,8 cm

Es ist ein Spiel mit den Gegensätzen. Die Art wie ich zeichne, dieses hell/dunkel, und das Dargestellte, Innenräume, Ansichten auf Räume, der Blick in oder aus einem Raum, ist Verweis darauf, daß es immer zwei Seiten gibt.

David Peschka

„Boris Yeltsin“
Öl auf Leinwand, 30 x 24 cm (Serie von 10)

Bei den dargestellten Personen dieser Portrait-Serie handelt es sich um Menschen, die einen Finger verloren haben. Dieser im Bild nicht sichtbare Inhalt ist die Regel eines Systems nach der ich  Persönlichkeiten auswähle, aufzähle/male.

Mathias Peyker

„Ohne Titel“
Siebdruck Auflage 1/1, 57 x 81 cm

Durch experimentelles Forschen, Verbinden, Verschränken, Ineinandergreifen und Überblenden der unterschiedlichsten Medien und Techniken – ergeben Matthias Peykers Arbeiten eine visualisierte Chaostheorie.

David Rybak

„After me the flood“
Installation, Siebdruck auf Spiegel

In meiner Arbeit versuche ich einen kritischen aber auch humorvollen Blick auf unsere Gesellschaft zu geben und hinterfrage dabei auch die Rolle und Möglichkeiten/Macht der/des Künstler/in. Meine Werke funktionieren oft durch das Spiel der Umkehrung. Bei dieser Arbeit handelt es sich um das berühmte Zitat von Ludwig XV.

Simon Vith

„Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“
Zeichnung, Collage auf Papier, 70 x 100 cm

„Neunzig Minuten dauert das Spiel. Ich hoffe die Regeln sind allen Teilnehmern bekannt.“