10/kunstakt

Für die aktuelle Ausstellung haben sich die zehn KünstlerInnen Anatoliy Babiychuk, Christian Bazant, Luz Olivares Capelle, Alexander Hengl, Christine Katscher, Mathias Kloser, Sarah Pichlkostner, Janine Pölzl, Nora Rekade und Nazim Ünal Yilmaz mit Recht, Ordnungssystem und der Gesellschaft auseinandergesetzt.

Das Motto „Beyond“ beschreibt, wofür die Kunst bei fwp seit Beginn des Projekts steht: Neue Möglichkeiten berühren, andere Sichtweisen einbringen, Konventionen überwinden.

fwp möchte die Künstler auch beim Verkauf ihrer Kunstwerke unterstützen und steht für Auskünfte gern zur Verfügung.

Alexander Hengl

„Brats“
Gruppe von Fimo-Figuren

Gruppe von Fimo-Figuren Die Brats sind sehr emotionale Wesen, die ihren Trieben freien Lauf lassen. Sie leben in großen Gruppen, haben aber keinen Sinn für Ordnung und kommen ohne Regeln aus. Ihre extrovertierten und naiven Persönlichkeiten wären mit unseren gesellschaftlichen Konventionen nicht vereinba

"Garagen von Chervonograd"

Serie von Fotografien, 50 x 60 cm

In dieser Arbeit werden die Entstehung und Entwicklung individueller Freiheitsentwürfe im sowjetischen System und ihre Transformation unter postsowjetischen Bedingungen untersucht.

Christian Bazant-Hegemark

„Procession”
Öl auf zwei Leinwänden, 190 x 200 cm

Die Arbeit zeigt Kinder unterschiedlicher Herkunft, in Alltagskleidung der westlichen Welt. Sie befinden sich in Trance des Spiels, eine Bewegung kann zur Schürfwunde werden, oder aber auch das gewünschte Ziel erreichen. Die Perspektive wird lediglich durch Schatten definiert, welche zugleich auf das unklare Potential der Szene verweisen.
Handlungen in unserem Leben tragen die Möglichkeit in sich, zu unerwartenden Konsequenzen zu führen; meistens mehr, als einem das bewusst oder lieb ist.
Das Leben ist voll von Entscheidungen, deren Ergebnis inhärent ungewiss ist, und dennoch ist eine Konstante im Leben sicher die Fehleinschätzung.
Das Bild trägt auch die Sehnsucht in sich nach einer Gesellschaft, wo Egoismen zurückgeschraubt, ein respektvoller, ethischer Umgang gepflegt wird und es genügend Zeit und Raum für das Individuum gibt.

"Stadt und Natur”

Bleistift und Buntstift auf Papier ca. 40 x 50 cm (4 Arbeiten)

Die von Menschen erschaffene Ordnungssysteme, wie z.B. Stadt- und Wohnräume, stehen sowohl im Gegensatz als auch im Zusammenhang zu natürlichen, gewachsenen und auch zufälligen Formen und Konstellationen in der Natur.

"Something isn't right”

Acryl auf Karton

In ihren Installationen und Collagen transferiert Nora Rekade alltägliche Situationen, architektonische Anordnungen in den Ausstellungsraum und kombiniert sie mit Text. Oder sie lässt ihre Schriftbilder – Zitate aus Popsongs oder von Graffitisprüchen, die in knapper Weise einen Gefühlszustand beschreiben – in einen Dialog mit dem Ausstellungsraum treten.
In diesen scheinbar einfachen Anordnungen macht Nora Rekade eine Verbindung zwischen Macht- und Kräfteverhältnissen, Anziehungen und Abstoßungen zwischenmenschlicher Beziehungen, aber  auch der Beziehung jedes Einzelnen zu seiner Umgebung, im Raum sicht- und spürbar.

Luz Olivares Capelle

„Ella y Ella”
Serie von überarbeiteten Fotografien, 10 x 15 cm

The family is a mirror for the reality (almost everything that happened in the world could be seen inside a family, in a smaller scale of course).
This is a small world where there is peace and harmony but also latent conflicts: sadness, fights, unhappiness, absences, dissociations, death, ghosts and fear.
These conflicts are also origins of the law system. A system which would help at a certain point to organise the human relationships.

Mathias Kloser

You’re a-peein”
Bleistift, Acryl auf Papier, 120 x 170 cm

Ich versuche die Schwierigkeit eindeutiger Bedeutungszuordnungen zu markieren durch üppige Bildbearbeitung wie auch durch den Bildtitel. Das, was nur prozessual erfasst werden kann, entsteht im Blick gleichzeitig. Somit ist das, was man nicht sieht, immer Teil der Geschichte des Bildes. Eine Infragestellung unserer Ordnungssysteme.
Es wird utopisch eine Welt behauptet, in der Ruhe und Gelassenheit vorherrschen. Umgeben von Natur.

Nazim Ünal

„Soldiers“ „Alone in the Bath“
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm

l come to grips with themes like family, sex, nature and politics, dealing, as a painter, with the basic and fundamental language of the medium. l aim to spotlight, lyrically and critically, everyday experience and the individual positioning of the artist.
Nevertheless, l try to believe in art with an ethical content, art which bears a relation to both social and political ideas as well as working with aesthetics as a fundamental precondition for communication with viewers, in respect of viewers.

Janine Pölzl

„Ästhetik definiert nichts Gewöhnliches”
Siebdruck, 70 x 100 cm

Bemerken von Zäsuren, eine räumliche Intervention.
Eine Symbiose von Architektur, Licht und Schatten.
Schön, ungeschönt – entdeckt.

Sarah Pichlkostner

Ohne Titel
Serie von Zeichnungen, 29 x 21 cm

Ein Versuch, das gefühlte Nicht-Ich-Sein, in Bezug auf familiäre Herkunft, deren beigebrachten gezwungenen, routinierten Gewohnheiten und Handlungen, die sich im weiteren Leben scheinbar weiterhin positionieren, darauf aufbauend, das Gedankenspiel, wer will ich sein, und deren Zwiespaltungen im Jetzt aufzuzeigen.
Die Zeichnungen weisen Fragmente eines menschlichen Körpers auf, der scheinbar noch nicht vollständig ist, der symbiotisch mit einem selbstdefinierten und selbsterschaffenen Raum
umzugehen hat.